Auszeichnung für die Ursula Symphonics

Beim Wettbewerb „teamwork“ des Bundesverbands Musikunterricht (BMU) erhielten die Ursula Symphonics eine Auszeichnung für ihre Orchesterimprovisation „Suche Frieden“.  Hier kann man einen Mitschnitt der Aufführung in Kirchzarten anhören (Aufnahme: Dr. Thilo Wittenberg): [Link]

DER ENTSTEHUNGSPROZESS

Im Frühjahr 2017 bewarben wir uns als Ursula Symphonics für einen Auftritt beim Katholikentag in Münster für Mai 2018. Da ein Programm mit Bezug zum Motto des Katholikentags vorgeschlagen werden sollte, machten sich unsere Dirigentinnen auf die Suche nach geeigneter Literatur zum Thema “Suche Frieden”. Als sich kein geeignetes Werk zu finden schien, kam die Idee auf: Warum nicht eine Orchester-Improvisation wagen?

Um die Spielerinnen des Orchesters einzubinden, wurde das Projekt zu Beginn des Schuljahres 2017/18 als GFS ausgeschrieben. Unsere Saxophonistin Paula Buchholz meldete sich dafür.

Eine kleine Gruppe von Schülerinnen unter der Leitung von Paula und Frau Skala entwickelte nun die Idee weiter: Sie legten fest, dass „irgendetwas in Kombination mit Lyrik“ entstehen sollte und es wurden insgesamt sechs Gedichte herausgesucht und diskutiert. Am Ende wurden "Schallendes Schweigen" von Rose Ausländer und „Krieg dem Kriege“ von Kurt Tucholsky, sowie der Psalmvers aus der Bibel “Er suche Frieden und jage ihm nach” zitiert.

Im Oktober wurde uns leider mitgeteilt, dass wir nicht am Katholikentag spielen können, da es sehr viele Bewerbungen gab. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir aber, die Improvisation trotzdem zu beginnen und bei einem Konzert zu spielen.

Aus den ausgewählten Gedichten suchte Paula einzelne Stellen heraus, die sich gut für erste „Vertonungsversuche“ eignen könnten. Mit Unterstützung einer weiteren Schülerin leitete sie dann die erste Probe jeweils mit den Bläsern und den Streichern (Frau Skala probte parallel mit der anderen Gruppe an den anderen Stücken unseres Programms, wir waren also komplett „unter uns“).

In dieser ersten Probe machten die Bläser bzw. Streicher einige Improvisationsübungen, wie zum Beispiel einen Flummi musikalisch darzustellen oder nach projizierten Bildern spontan zu improvisieren. Danach setzten wir uns in zufällig ausgelosten Gruppen mit unseren Instrumenten an die musikalische Umsetzung der Gedichtausschnitte. Diese führten wir am Schluss des „Workshops“ der Gruppe vor und Paula nahm sie auf.

Diese Aufnahmen hörten sich Paula und Frau Skala zusammen an und überlegten, mit welchen Ergebnissen man weiterarbeiten könnte. Sie skizzierten einen groben Ablauf, wann welcher Text kommen könnte und welche Instrumentengruppen dazu welche Ideen weiterentwickeln könnten. Caroline aus den Violinen brachte noch die Idee, „Verleih uns Frieden“ von Mendelssohn zu zitieren, das der Schulchor letztes Jahr bei unserem Mendelssohn-Konzert gesungen hatte. Dies alles wurde in einer Tutti-Probe vor Weihnachten ausprobiert.

(Zwischen diesen Proben, während von Paula und Frau Skala eine Rohfassung entwickelt wurde, probten wir natürlich die anderen Stücke, die wir bei unserem Konzert aufführen wollten!)

Mit einem neuen, nach der Tutti-Probe nochmal überarbeiteten Skript, begannen wir dann im neuen Jahr wieder in Registern zu probieren und zu entwickeln, zu testen was man aus den Gedichtstellen rausholen kann. Dabei benutzten wir ausschließlich unsere Instrumente, oder stampften auf den Boden. Während der Probenarbeit unterstützten uns Frau Skala, die sich unsere Vorschläge anhörte und Rückmeldung gab.

Während unserer Probentage in Ochsenhausen Anfang Februar kristallisierte sich dann das Stück heraus. Auch dort wurde noch einmal viel verändert, reflektiert und probiert bis alle zufrieden waren. Bei uns Bläsern beispielsweise wurde die “Bombe” noch einmal aufgekrempelt, da Schülerinnen, die manche Proben verpasst hatten und somit einen außenstehenden Blickpunkt (bzw. „Hörpunkt“) hatten, Rückmeldungen geben konnten, wie das, was man hören sollte, noch deutlicher herauskommen könnte.

DIE AUFFÜHRUNG

Ziemlich bald nach unseren Probentagen stand dann am 1. März unser Konzert vor der Tür. Eine wurde sehr gelungenes Konzert, in dessen Mittelpunkt unsere Improvisation stand. Es war klar: Wir würden heute Abend eine von vielen möglichen Versionen „unserer“ Impro spielen – denn vieles blieb ja offen, auch wenn wir viel geprobt und einiges festgelegt hatten.  Zwischen den einzelnen Stücken wurden längere Passagen der Gedichte vorgelesen, aus denen Teile sich in unserer Impro wiederfanden.

Am nächsten Tag brachen wir zu einer kleinen Konzertreise auf, die mit einem schönen Begegnungskonzert mit dem Orchester der Liebfrauenschule in Sigmaringen endete.

Für die Ursula-Symphonics: Johanna Ambs und Judith Friedlaender (Horn)

Unser Projekt „Suche Frieden“ und die Konzertreise an den Bodensee und nach Sigmaringen wurden von der Erzbischof Herrmann Stiftung [Link: http://www.katholische-stiftungen-freiburg.de/erzbischof-hermann-stiftung/ ) mit 3.000 Euro gefördert. Ganz herzlichen Dank im Namen aller Beteiligten! Katharina Skala