Traum von Amsterdam

Donnerstag 2. Juni 2016, 06.30 Uhr:

Über 70 aufgeregte Mädchen stehen mit ihren Koffern und Taschen vor dem Konzerthaus und warten auf den Reisebus. Viele haben Jogginghosen an, ein Kissen mit und ganz viel Essen im Gepäck. Als der ersehnte Bus angefahren kommt, beginnt ein wildes Getümmel, denn alle wollen los. Auf Orchesterfahrt nach Amsterdam.

Die Mädchen, das sind wir: die St. Ursula Symphonics und in unseren großen und kleinen Koffern sind Instrumente und Notenständer. Wir konnten uns in den Tagen vom 2. Juli bis 5. Juli eine Konzertreise nach Amsterdam ermöglichen, da wir letztes Jahr den Deutsche Jugendorchesterpreis gewonnen haben. Daraufhin war es und ein großes Anliegen das Geld in einen Auslandaufenthalt mit dem ganzen Orchester zu stecken. Wir kamen durch unseren Jury Vorsitzenden auf das Orchester AYSO - "Amsterdam Youth Symphony Orchestra".

Obwohl es früh am Morgen losging, waren alle wach und aufgeregt wie nie. Die Busfahrt von elf Stunden konnte zum Glück durch Filme gut überbrückt werden. Nachdem wir an Köln vorbeigefahren waren, erhielten wir von unserem holländischen Busfahrer den ersten Sprachkurs. Wir lernten "Alsjeblieft" - Bitte und "Dankjewel" - Danke, aber auch Fahrrad - "Fiets" und Moped - "Bromfiets".

Um 17.02 Uhr war es endlich soweit! Unser Bus fuhr bei der Musikschule vor, an der schon einige AYSO's auf uns warteten. Als wir dann alle unseren Austauschpartner vorgestellt wurden, konnten wir mit ihnen nach Hause und ihre Familien kennenlernen. Wir waren alle überrascht wie freundlich und offen die Amsterdamer zu uns waren und wir verstanden uns von Beginn an prima mit unseren Gastfamilien.

Am Freitag trafen wir uns morgens am Dam-Sqare, dem zentralen Platz in Amsterdam. Hier kamen auch die restlichen 12er dazu, die (weil im Bus nicht genug Plätze waren) mit dem Flieger nach Amsterdam geflogen waren.

 Zwei Stunden hatten wir Zeit, Amsterdam zu erkunden und shoppen zu gehen, bevor wir uns dann gegen 11.00 Uhr trafen, um einige Museen zu besichtigen. Manche gingen ins Amsterdam Museum, manche besuchten das Van-Gogh-Museum und andere waren im Rijksmuseum. Wir trafen uns alle wieder am Museumsplein, auf dem der berühmte "Iamsterdam"-Schriftzug steht, vor dem auch unser Gruppenfoto entstand.

Für den Nachmittag war eine Grachtenfahrt geplant. Wir 70 Schülerinnen füllten mit unseren Lehrerinnen Frau Naab, Frau Skala, Frau Carella und Frau Raab-Bollinger sowie ihrem Mann ein ganzes Boot. Der Kapitän erzählte uns etwas über die historischen Gebäude und wir genossen den Blick auf die Amsterdamer Altstadt von der Wasserseite. Einige nutzten die Zeit und hielten vom Schwanken des Bootes begleitet ein kleines Nickerchen, andere unterhielten sich angeregt über ihre Gastfamilie und ihre Pläne für die freie Zeit.

Als wir am Abend an der Musikschule ankamen wartete ein wunderbares Buffet mit sehr vielen verschiedenen Leckereien auf uns. Frisch gestärkt ging es dann in unsere erste gemeinsame Probe mit den Musikerinnen und Musikern des AYSO. Zuerst war es etwas ungewohnt, die übliche Ordnung aufzugeben und sich mit jemand Neues ein Pult zu teilen, aber schon nach kurzer Zeit haben wir uns gut mit den Holländern verstanden. Die Stücke klappten gut, was mit einer Besetzung von ca. 130 Musikern eine Herausforderung war.

Unser zweiter Tag in den Niederlanden begann mit einem kleinen Fußmarsch in ein kleines Dorf am Rand von Amsterdam. Hier war ein Spiel für unsere beiden Orchester vorbereitet, das uns den ganzen Vormittag bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen beschäftigte. Wir mussten in Gruppen verschiedene Aufgaben lösen, wie z. B. zehn Unterschriften von fremden Personen zu sammeln oder ein Foto zu machen, auf dem wir eine Kuh küssen. Das sorgte für gute Laune und wir hatten sehr viel Spaß, besonders als uns auf dem Rückweg ein Eiswagen entgegenkam. Durch diese Aufgaben die wir zusammen in Gruppen zu erledigen hatten, lernten wir unsere Austauschschüler besser kennen.

Nach einer kurzen Pause, zurück in der Musikschule ging es dann wieder ans gemeinsame Proben. Eines unserer Lieblingsstücke, den "Lord of the Dance" von Ronan Hardiman und der "Marche Slave" von Tschaikowski haben wir für unser Konzert am nächsten Tag gemeinsam geprobt. Am späten Nachmittag hatten wir nochmal die Möglichkeit uns ein bisschen auszuruhen und ein Outfit für die  geplante One-Colour-Party zu finden.

Um 21 Uhr war es dann endlich soweit! Die Dekoration hing, die Tanzfläche war frei und der DJ spielte seine ersten Lieder. Anfangs war die Tanzfläche noch leer, aber je mehr Musikgespielt desto voller wurde die Tanzfläche. Sogar unsere Lehrer legten eine flotte Sohle aufs Parkett. Als dann "Traum von Amsterdam" gespielt wurde, hüpften und tanzen alle im selben Rhythmus und sogar die Holländer machten mit. Punkt 23.30 Uhr gingen die Lichter aus und die Musik verstummte. Nacheinem tollen Abend, der allen viel Spaß bereitet hatte, gingen wir erschöpft, aber mit tollen neuen Erinnerungen nach Hause.

Den Sonntagmorgen verbrachten wir in unseren Gastfamilien, bevor wir uns gegen 12 Uhr in der "Groten Kerk" in Monickendamm, einem kleinen Dorf nördlich von Amsterdam trafen. Dort hatten wir dann unser gemeinsames Konzert, bei dem wir, das St. Ursula Symphonics Orchester und das AYSO auch eigene Stücke zum Besten gegeben haben. Als krönenden Abschluss spielten wir dann unsere zwei gemeinsamen Stücke. Während beim "March Slave" die Spannung noch etwas größer war, wurde die Atmosphäre beim "Lord of the Dance" ausgelassen. Es war eine einzigartige Stimmung, als Seifenblasen von den Bläserinnen und Bläsern in die Luft gepustet wurden.

Nach dem Konzert hatten wir Zeit, das süße Dörfchen etwas genauer anzuschauen, über den Markt zu schlendern und den kleinen Hafen zu besichtigen. Wir stärkten uns mit Pommes und andern Leckereien und trafen uns um 18.30 Uhr am Bus, um die Heimreise anzutreten. Als auch unsere Lehrer den Treffpunkt gefunden hatten, traten wir mit vielen neuen Erfahrungen und Freunden, aber auch einen wenig traurig, die Heimreise nach Freiburg an.

Marie Kaune & Leonie Mielke

Hier finden sie Bilder der Orchesterfahrt nach Amsterdam