Die Theater- AG am St. Ursula- Gymnasium Freiburg präsentiert

WENNMÄDCHENTÖTENKÖNNTEN (Asa Lindholm)

Die Eindrücke von „Sospecial“ (Oktober 2013) wirken beim Theaterbesucher noch nach, da kündigt die Theater-AG mit ihren Plakaten bereits ihr nächstes Projekt für den 21.Mai 2014 an. In den Focus haben die Mitglieder der Theater-AG unter der Leitung von Frau Karin Schirrmeister und Frau Judith Matern dieses Mal ein Stück der Schwedin Asa Lindholm genommen.

Asa Lindholm studierte Geschichte, Theaterpädagogik sowie Kultur- und Medienwissenschaften an der Universität von Lund (Schweden) und an der Universität Arhus (Dänemark). Zusätzlich absolvierte sie das Autoren/ Dramaturgen- Programm am Institut für Dramatik an der Universität für Film, Radio und Fernsehen in Stockholm. Sie ist Dramaturgin am Stadttheater Göteborg und arbeitet als freie Stückeschreiberin und Schauspielerin.WENNMÄDCHENTÖTENKÖNNTEN wurde am 1.September 2009 am Östgötateatern- Linköping uraufgeführt.

Worum geht es in dem Stück, von dem die meisten Theaterbesucher zuvor noch nie etwas gehört hatten?  Im Zentrum der Geschichte stehen drei  Mädchen: Anna (Hanna Oschwald, 10e), Mary Lou (Lea Pehnt, 10e) und Tam  (Elisabeth Glunz, K1) - drei Mädchen an der Schwelle des Erwachsenseins mit je eigenen Vorstellungen und eigenen Träumen. Drei Mädchen. Eine Freundschaft. Doch Neid und Eifersucht trennen die Freundinnen immer mehr voneinander. Aber keine der drei Freundinnen will wahrhaben, dass es nicht mehr so ist wie früher. Auf unterschiedliche Art und Weise verarbeiten sie ihre Erlebnisse.

Anna findet im Schreiben einen Weg das Erlebte zu bewältigen. Durch Annas Geschichte werden die drei Mädchen zu fiktiven Personen, die lau, schrill, verrückt, lustig, aber manchmal auch ehrlich sind.

Anna hat zusammen mit Mary Lou und Tam auf dem Weg zum Erwachsenwerden einige Blessuren abbekommen: Mary Lou leidet an ihrer Freundin Bibbi (Leonie Bayer, 10e) , die Ihre Keiner-hat-mich-lieb-und-ich- bin- hässlich- Psychose ununterbrochen an ihr abarbeitet. Anna ist über dem Schreiben ihres ersten Erfolgsromans so fett geworden, dass sie von einem heruntergekommenen Mann(Carlotta Gersten, 10e)  verfolgt und schikaniert wird, bis sie ihren Peiniger, der sie als „Fettsau“ beschimpft, schließlich hinter Gitter bringt. Tam hat ein kleines Kind, dass sie alleine aufzieht, und mit dessen Erziehung sie hoffnungslos überfordert ist.

Das Gewirr aus Ängsten, Träumen und Hoffnungen der jungen Frauen verflicht sich zu einem hoffnungslosen Durcheinander. Anna verliert mehr und mehr die Kontrolle über ihr Werk, und so verschwimmen Realität und Fiktion zu einer surrealen Welt.Wer bin ich? Spielt es eine Rolle, was für ein Mensch ich bin? Wer oder was bestimmt, dass unser Leben so und nicht anders verläuft? Hätte nicht alles ganz anders sein können? Und wenn ja wie? Das Stück greift elementare Fragen wie diese auf, stellt sie in den Raum und lässt sie für den Zuschauer in der Schwebe zurück.

Mit diesem von den Schülerinnen selbst gewählten Stück und den damit verbundenen Inhalten, haben sie sich einer großen Herausforderung an ihre spielerischen Fähigkeiten gestellt. Es ist eine Sache, sich mit diesen aktuellen, aber sehr komplexen Themen unserer Zeit zu beschäftigen. Es ist aber eine ganz andere Sache diese Fragestellungen spielerisch so umzusetzen, dass sich der Zuschauer aufgefordert fühlt sich auf diese Themen einzulassen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Monatelang haben die Schülerinnen der Theater-AG zusammen mit ihren Leiterinnen jede einzelne Szene genau studiert, um sie sowohl sprachlich als auch spielerisch so umzusetzen, dass ihre Botschaft beim Zuschauer auch verständlich wird. Bei der choreografischen Arbeit wurden unsere Schauspielerinnen professionell von Herrn Oliver Lange unterstützt, der ihnen im Verlauf der Entstehung des Stückes viele wertvolle Tipps und Anregungen vermittelte. So konnte der Zuschauer einmal mehr ein schwieriges Stück auf spielerisch höchstem Niveau genießen.

Vielen Dank für diesen unvergesslichen Abend.

Hier finden Sie Bilder, die während der Aufführungen gemacht wurden.