Die Theater-AG des St. Ursula Gymnasiums geht erfolgreich neue Wege

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2011 öffneten sich die Türen unserer Aula für die Premiere des neuen Stücks unserer Theater- AG. Nach monatelanger Vorbereitung und Auseinandersetzung mit den Inhalten ihres neuen Stücks, brachten unsere Künstlerinnen aus den Klassenstufen 10-13 unter der Leitung von Frau Karin Schirrmeister das Stück "Wörter und Körper" von Martin Heckmann zur Aufführung.

Es war bewundernswert mit wie viel Professionalität unsere Schülerinnen das im folgenden beschriebene schwierige, anspruchsvolle und zu keinem Zeitpunkt triviale Thema in Mimik, Gestik und Intonation dargeboten haben.

Worum geht es bei dem Stück?

In dem Begleitheft zu dem Stück heißt es dazu:

"Wie bitte nimmt man einen Menschen wahr?"

In jeder großen Stadt gibt es einen Bahnhof, an dem Menschen sich verabschieden, zueinander finden, sich begrüßen, sich begegnen oder einfach nur aneinander vorbeigehen. In Martin Heckmanns Stück Wörter und Körper spielen viele Szenen an eben diesem Ort der Begegnung und Bewegung. Hier begegnen sich Körper und Wörter in einer bestimmten Systematik, bis Lina Sommer auftaucht und dieses System stört. Auf einmal ist nichts mehr sicher und so wie es war. Wörter verändern ihre Bedeutung, Aussagesätze werden zu Fragen und umgekehrt, und das eigene Leben beginnt sich zu verändern. Zwar gibt es Wörter und Körper, aber ihr Zusammenhalt ist flüchtig.

 Auch während der Probephasen haben wir diese Erfahrung gemacht. Ständig eröffneten sich Perspektiven und gaben den Blick auf etwas Neues preis. Wir befanden und befinden uns noch immer auf einer Reise auf Martin Heckmanns´ wunderbaren Sprach- Großstadt- Spuren, nur um zu entdecken, dass es hinter der nächsten Ecke ganz anders weitergeht. Wir wurden verzaubert von der Sprache in diesem Stück und sind begeistert von den zarten Untertönen und dem Sprachwitz, und haben doch das Gefühl immer noch nicht ganz angekommen zu sein. Vieles bleibt unausgesprochen und kann doch gezeigt werden.

Wieder einmal durften wir erkennen, dass nicht immer alles gesprochen werden muss, sondern im körperlichen Ausdruck eine ganz neue Qualität bekommt. So wurden im tatsächlichen Sinne Wörter zu Körpern und Körper zu Wörtern."

Diese kurze Einstimmung auf das Stück zeigt schon, welcher großen Herausforderung sich unsere Theater Truppe zusammen ihrer Leiterin, Frau Schirrmeister gestellt haben, und sie haben diese mit Bravour gemeistert. Es ist ungemein schwierig bei Dingen, die man zum Ausdruck bringen will, ganz auf das Medium Sprache zu verzichten und sich stattdessen allein der Körpersprache zu  bedienen. Es verlangt von den Darstellenden ein sehr hohes Maß an schauspielerischen Talent, eine absolute Beherrschung der Körpersprache und von jedem einzelnen Mitwirkenden auf der Bühne ein hohes Maß an Konzentration. Aber auch der Zuschauer wird bei einem solchen Stück anders gefordert, als er es bisher von Theaterbesuchen gewohnt ist. Der Verzicht auf einen ein rein narrativen Stil zwingt den Besucher immer wieder zu einem genauen Verfolgen der Bewegungen auf der Bühne, zu einer ständigen Interpretation von Gestik und Mimik und damit schon während der Vorführung zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Stück und dessen Interpretation durch die Darstellenden. Die Theater- AG hat damit mutig Neuland betreten und ein sehr anspruchsvolles Stück erfolgreich zu Aufführung gebracht.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unserer Theater- AG ( Mascha Wendel, Catharina Groth- Tonberge, Rebecca Waldner, Klara Martens, Lena Krause, Janna Fodor, Judith Barth, Alrun Hofert, Antonia und Henriette Nagel, Marie Mitternacht, Jana Carstens, Lisa Gönnheimer, Marie Hausser) und ihrer Leiterin Karin Schirrmeister für einen unvergesslichen Abend bedanken. Nicht vergessen wollen wir die tatkräftige Unterstützung unsrer Gruppe durch Herrn Oliver Lange (bewegungs- art freiburg e.V.), der zusammen mit Frau Schirrmeister mit den Mädchen geprobt hat und sie bei den vielen Fragen, die ihnen während ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem Stück kamen, begleitet hat sowie die vielen helfenden Hände vor und hinter der Bühne, ohne die die Durchführung eines solchen Projektes undenkbar wäre.

Ihr seid auf einem interessanten und guten neuen Weg. Vielen Dank für euren Mut zu neuen Ufern aufzubrechen.

Hier finden Sie Bilder, die während der Premiere des Stücks gemacht wurden.