Ins Netz gegangen  - Schreibwettbewerb am St. Ursula Gymnasium 2013

„Ins Netz gegangen“ hieß das Thema des diesjährigen und bereits sechsten Schreibwettbewerbs am St. Ursula Gymnasium. Die Preisverleihung fand am 13. Juni statt.

Die Jury freute sich über 60 Erzählungen, Gedichte und Kurzgeschichten. Wir haben das „Netz“ mit den Augen der Spinne betrachtet, mit zahlreichen Fischen im „Netz“ gezappelt, die Untiefen des Inter-„Netz“ gespürt, um uns dann aber auch dem „Netz“ der Liebe hinzugeben.

Wir haben sehr viel Freude und Überraschungen beim Lesen der gelungenen Texte erfahren und bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen.

Alle hier aufgeführten Texte und viele mehr sind in der Broschüre zum Schreibwettbewerb nachzulesen. 

Hier geht es zu den Kommentare der Jury zu den einzelnen Gewinnertexten...

Den 3. Platz der Unterstufe belegte Elena Krämer aus der Klasse 6b.

Elena hat eine sehr fantasievolle Sommergeschichte geschrieben, in der zwei Mädchen ein großes Abenteuer unter Wasser erleben. Sie tauchen ein in eine fremde Welt und besiegen eine böse und furchteinflößende Macht. Durch einen gelungenen Wechsel von Erzählpassagen und Gesprächen hat Elena eine Geschichte geschaffen, bei der man bis zum Schluss mitfiebert.

Den 2. Platz der Unterstufe belegte Magdalena Jaser aus der Klasse 6e.

In ihrer Geschichte beschreibt sie anrührend die Beziehung eines Mädchens zu einer Robbe. Wir erleben hautnah mit, wie diese Robbe in Gefahr gerät, als sie sich in einem Netz verfängt. Mutig tritt das Mädchen für dieses Tier ein, als ob dies ein Mensch wäre und schafft es trotzdem am Schluss, die kleine Robbe „Flosse“ ziehen, ja loszulassen.

Magdalena schreibt sehr lebendig, sodass man stets das Gefühl hat, ganz nah dabei zu sein.

Der 1. Platz der Unterstufe ging an Henrike Tebartz van Elst aus der Klasse 5e.

Henrike hat ein sehr fröhliches und munteres Gedicht geschaffen. Sie spielt mit der Sprache, dreht und wendet sie, sodass eine luftige Leichtigkeit entsteht. Diese Leichtigkeit vermittelt dem Hörer geradezu das schlaue Wesen eines Fischleins, das es immer wieder schafft, sich aus einem „Netz“ zu befreien.

Den 3. Platz der Mittelstufe belegte Amelie Rubin aus der Klasse 7b.

Mit wenigen treffenden Worten schildert Amelie eine Katastrophe, die sich täglich im Internet abspielt. Ein falscher Klick, ein falsches Wort kann das Leben eines Menschen verändern, so dass nichts mehr ist wie zuvor. Das Netz schafft Tatsachen, deren Reise durch die digitale Welt  nicht mehr aufzuhalten ist. Vieles bleibt offen in Amelies Gedicht und doch vermittelt sie eindringlich die Verzweiflung, die ein falsches Wort, eine falsche Formulierung oder eben der falsche Klick hervorrufen kann.  

Ebenfalls den 3. Platz der Mittelstufe erreichte Antonia Schielein aus der Klasse 7d.

Amelies Geschichte hat einen ungewöhnlichen Schauplatz. Wir schauen einem Gladiator über die Schulter, der in der Arena um sein Leben kämpft. Das „Netz“, das wir in anderen Geschichten immer wieder als bedrohlich erfahren haben, wird für den Gladiator Alexis zur Rettung. Die überraschende Wendung am Ende der Geschichte hat uns gefallen, denn erst da wird klar, was es mit dem Netz auf sich hat. Besonders gelungen fanden wir den starken letzten Satz. (Langsam senkte sich der Daumen des Kaisers …)

Der 2. Platz der Mittelstufe ging in diesem Jahr an Stella Kaltenbach aus der Klasse 9a.

Stella hat uns sehr beeindruckt. Ohne Mühe schlüpft sie in die Rolle eines jungen Mannes, der ohne Gewissen und mit System andere Menschen benutzt, um sich eine Bedeutung zu geben. Besonders gelungen ist ihr die feine Komposition der Geschichte. Sie streut in den Fluss der Erzählung einzelne, isoliert stehende Sätze. Diese wirken auf den ersten Blick wie Fremdkörper, erst im Fluss der Geschichte erschließt sich ihre Bedeutung.

Ebenfalls den 2. Platz der Mittelstufe belegte Alicia Dehn aus der Klasse 9b.

Sie  schildert die verzweifelte Lage einer Frau, die sich aus einer ausweglosen und tristen Beziehung zu befreien versucht. Man möchte fast von der ersten Zeile an, dass die Frau ihren Weg in die Freiheit geht. Alicia zeigt jedoch, dass das Leben sehr kompliziert sein kann und lässt diese Frau – wie an Fäden gezogen – wieder zurückkehren in ein Leben, vor dem sie davonrennen möchte.

Der 1. Platz der Mittelstufe ging in diesem Jahr an Teresa Waller aus der Klasse 9d.

Teresa schildert in ihrer Erzählung einen Mann, der auf zwei Arten gefangen ist. Zuerst blickt dieser auf sein Leben hinter Gittern zurück. Und auch als er in die Freiheit entlassen wird, kann er sie nicht erfahren, nicht spüren. Er bleibt in sich gefangen und wird nicht aufgenommen von seinen Mitmenschen. Dieses bedrückende Szenario fängt sie mit dichten Sätzen und treffenden Worten ein. Es wir einem kalt beim Lesen und mit dem letzten Satz steigert Teresa die hoffnungslose Situation noch einmal.

Den 3. Platz der Oberstufe belegte Ann-Cathrin Klöckner aus der Klasse 10b.

Ihr Gedicht zeichnet das verzweifelte Bild einer Frau, die gefangen ist in einer Sucht, die sich wie ein Netz um sie spannt. Mit dem feinen Spiel der Worte hält Ann-Cathrin einen winzigen Moment im Leben dieser Frau fest und zeigt ihn in seiner ganzen Hoffnungslosigkeit. Ein Ausweg scheint unmöglich, wenn sie schreibt „Die Spritze fällt, es gibt nichts, was sie noch hält“.

Ebenfalls den 3. Platz der Oberstufe belegte Aida Abreha aus der Klasse 10c.

Aidas  Gedicht zeichnet in einer bewegenden Komposition das Irren und Wirren der Gedanken nach. Der Leser und noch mehr der Hörer geraten in einen Strudel, der ihn mit sich reißt. Die lautmalerischen Wortfolgen bringen die Gedanken zum Klingen.

Den 2. Platz der Oberstufe erreichte Monika Knack aus der Klasse 10a

Monikas Text hat uns sehr beeindruckt. Wir als Jury haben diskutiert, gestritten, nachgedacht, haben den Text wieder und wieder gelesen … und je öfter wir ihn gelesen haben, desto besser hat er uns gefallen. Monika gibt uns Rätsel auf, verweigert uns die Antwort und lässt uns alleine mit ihren Worten. Wir sind beeindruckt von ihrem eigenwilligen und starken Umgang mit Sprache. 

Den 1. Platz der Oberstufe belegte Undine von Lucadou aus der Klasse 10c.

Es sind nur wenige Worte, die Undines Gedicht ausmachen. Und doch reichen sie aus, um die Liebe in ihrer ganzen Kraft und Spannweite zu fassen. Die „schimmrig glänzenden Sterne“ zeigen uns das Himmelreich der Liebe, die „klebrig dünnen Fäden“ deuten den beginnenden Verfall. Am Ende bleibt ein „leiser Schmerz“, der die Hoffnung nicht ganz aufgibt.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und freuen uns auf die Texte beim nächsten Schreibwettbewerb!