Austausch zwischen dem Collège „Institution Sancta Maria“ in Villeneuve-lès-Avignon und dem St. Ursula Gymnasium Freiburg 2013

Die Partnerschaft zwischen dem privaten Collège „Institution Sancta Maria“ in Villeneuve-lès-Avignon und dem St. Ursula Gymnasium Freiburg besteht n

un schon seit annähernd 30 Jahren. Umstrukturierungen, eine neue Schulleitung, sowie ein Wechsel der Deutschlehrerin an der französischen Partnerschule machten in diesem Jahr jedoch einige Veränderungen nötig. Die Dauer der Austauschfahrt wurde von 10 auf 7 Tage verkürzt, Besuch und Gegenbesuch finden nunmehr nicht in einjährigem Abstand, sondern in kurzer Folge – im April bzw. im Juni – im selben Schuljahr statt.

Vor diesem Hintergrund absolvierten 38 Schülerinnen der Klassenstufen 7, 8 und 9 in Begleitung von drei Lehrkräften im Wesentlichen das seit Jahren bewährte Besuchsprogramm.

Am Samstag, den 13.04.2013, brachen wir mit dem Reisebus, der uns die ganze Fahrt über vor Ort zur Verfügung stand, in Richtung Südfrankreich auf. Bei unserer Ankunft wurden wir aufs Herzlichste von unseren Gastgebern im Hof der Schule empfangen. Die Austauschpartner und ihre Eltern hatten ein Buffet mit provenzalischen Spezialitäten vorbereitet. Nachdem unsere Schülerinnen und ihre französischen Gastfamilien sich kennen gelernt hatten, gingen sie gemeinsam zurück ins Wochenende. In Nachhinein berichteten uns viele Schülerinnen von den schönen Ausflügen, welche die französischen Gastfamilien mit ihnen am Sonntag unternommen hatten.

Am Montagmorgen, 15.04.2013, um 8.00 Uhr, kamen unsere Schülerinnen zusammen mit ihren französischen Austauschpartnern an die Schule. Während die Franzosen in ihren regulären Unterricht gingen, begann für die deutschen Mädchen das Besuchsprogramm mit einer Stadtführung durch Avignon: Ausgehend von der mittelalterlichen Stadtmauer, über den Papstpalast und die Brücke St. Bénézet bis hin zu Rue de la Republique, der Hauptgeschäftsstraße im Zentrum von Avignon.

Am Nachmittag fuhren wir mit unserem Reisebus zu  Pont du Gard, wo die Schülerinnen ein markantes Denkmal der antiken römischen Wurzeln der Provence kennenlernen durften, wo einige Mädchen aber auch Gelegenheit nutzten, ihre Füße ins Wasser des Gard zu halten. Um 17.00 Uhr mussten wir wieder an der Schule sein, da kurz darauf die Schulbusse abfuhren, welche ein Teil unserer Schülerinnen erreichen mussten, um mit ihren Correspondants nach Hause zu fahren.

Am Dienstag, 16.04.2013, fuhren wir nach Gordes, einem der „Plus beaux villages de France“, wo die Schülerinnen am Vormittag einen typischen provenzalischen Markt erkundeten und dabei beim Kauf von Souvenirs ihre Sprachkenntnisse ausprobieren konnten.

Über Mittag begaben wir uns nach Roussillon und besichtigten die berühmten Ockerbrüche. Eigenständig streiften die Schülerinnen bei schönstem Wetter und mit Blick auf den Mont Ventoux am Horizont entlang der verschiedenen ausgeschilderten Wege durch die Ockerbrüche.

Auf dem Heimweg nach Villeneuve-lès-Avignon machten wir am Nachmittag in der Nähe des Ortes Isle-sur-la-Sorgue Halt an der Fontaine de Vaucluse, unter-nahmen einen kleinen Spaziergang zur Quelle der Sorgue, die dank der starken Niederschläge kurz zuvor beeindruckend stark angeschwollen war, und besichtigten die örtliche Papiermühle.

Um 17.00 Uhr wurden wir wiederum an der Schule erwartet, wo unsere Schülerinnen von ihren Partnern in Empfang genommen wurden.

Der Mittwochmorgen, 17.04.2013, begann mit einem großen gemeinsamen deutsch-französischen Frühstück unter Beteiligung des neuen Schulleiters, M. Mérimée, und aller am Austausch teilnehmenden französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern. Das herrliche Frühstück wurde von Mme Zarrouk, der neuen Deutschlehrerin, zusammen mit ihren Deutschschülerinnen und -schülern organisiert.

Im Anschluss an das Frühstück, gegen 10.00 Uhr, gingen unsere Schülerinnen dann zusammen mit ihren Partnern in den jeweiligen Fachunterricht und bekamen so einen unmittelbaren und lebendigen Einblick in das Unterrichtsgeschehen an einer französischen Schule.

Nach Unterrichtsschluss, der wie in Frankreich üblich, am Mittwoch bereits um 12.00 Uhr war, verließen unsere Schülerinnen zusammen mit ihren Gastgeberinnen und Gastgebern die Schule, um den Nachmittag gemeinsam zu verbringen.

Am Donnerstag, 18.04.2013, stand wieder eine gemeinsame Fahrt zu regionalen Sehenswürdigkeiten an. Den Vormittag verbrachten wir in Arles, wo wir mit dem „Théâtre antique“ und den „Arènes“ abermals einen Blick auf die antiken Ursprünge de Provence warfen, mit der ehemaligen Kathedrale St. Trophime nochmals die mittelalterliche Seite der Provence kennenlernten und uns schließlich in der „Espace Van Gogh“ mit der Geschichte des berühmten impressionistischen Malers befassten.

Nachdem sich unsere Schülerinnen in Arles gestärkt hatten, fuhren wir nach Les Baux-de-Provence – wiederum einem der Plus beaux villages de France – und besichtigten die Burgruine. Hierbei lernten die Schülerinnen dank der museumspädagogischen Angebote Einiges über das Leben in einer mittelalterlichen Burganlage, wurden aber auch mit der Geschichte der Religionskriege (Les Baux war ein Zentrum der Hugenotten), der französischen Zentralisierungspolitik im 17. Jahrhundert (die Burganlage wurde 1633 auf Veranlassung Kardinal Richelieus geschleift) und der Bedeutung des Ortes für die Aluminiumherstellung im 19. Jahrhundert (das Aluminium-Erz Bauxit leitet seine Namen von dem Ort ab) konfrontiert – als Geschichtslehrer konnte ich mich hier nicht zurückhalten.

Nach unserer Rückkehr am späten Nachmittag traten unsere Mädchen ein letztes Mal den Heimweg gemeinsam mit ihren französischen Partnern an.

Am Samstagmorgen, 19.04.2013, durften wir kurz vor unserer Abreise noch an der wöchentlichen „Assemblée générale“ der Schule teilnehmen, wo wir ein letztes Mal einen lebendigen Eindruck vom französischen Schulalltag bekamen. Neben Ermahnungen und Lob durch den Direktor, M. Mérimée, wurden den Schülerinnen und Schülern, die nach Geschlecht getrennt saßen und mit ihren Schulkitteln bekleidet aufmerksam zuhörten, wichtige Informationen mitgeteilt. Im Rahmen dieser Versammlung wurden schließlich auch wir Deutsche von der Schulgemeinschaft verabschiedet und erhielten zugleich Gelegenheit uns unsererseits für die sehr freundliche Aufnahme herzlich zu bedanken.

Die vielen Tränen und Umarmungen unmittelbar vor der Abfahrt am Bus nehmen wir als Zeichen dafür, dass der Austausch auch unter den neuen Bedingungen voll und ganz gelungen ist.

Dementsprechend freuen wir uns auf den Gegenbesuch der französischen Schülerinnen und Schüler sowie ihrer begleitenden Lehrerinnen und Lehrer vom 3. bis zum 6. Juni 2013 in Freiburg.

Thomas Ernst