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Die Theater AG des St.Ursula Gymnasiums präsentieren "Die Nashörner"- sehr frei nach Eugène Ionesco

"Die Nashörner"„Die Nashörner“ des rumänisch - französischen Dramatikers Eugène Ionesco gilt als eines der klassischen Stücke des absurden Theaters und basiert auf der gleichnamigen Erzählung aus dem Jahre 1957. Aufgeführt wurde das Stück erstmals in deutscher Übersetzung 1959 im Düsseldorfer Schauspielhaus. Erst ein Jahr später wurde es dann in Frankreich dem Publikum in französischer Sprache zugänglich gemacht.

In der Originalfassung besteht das Stück aus drei Akten. In dem Stück geht es um eine fiktive Gesellschaft, die sich zunehmend in Nashörner verwandelt, wobei dieser Vorgang zunächst nur von wenigen wahrgenommen wird. Warnungen vor dieser Metamorphose gibt es zu Genüge, sie werden aber von vielen Mitgliedern dieser Gesellschaft nicht ernst genommen. Vielmehr führen sie zu einer zunehmenden Ausgrenzung der Personen, die sich diesem Vorgang widersetzen und auf die Vorgänge aufmerksam machen.

Eugène Ionesco zeigt in diesem Stück die Mechanismen autoritärer und totalitärer Gleichschaltung in übertrieben komischen Szenen und will vor der aufkommenden Tendenz seiner Zeitgenossen zu sozialem Konformismus, zur Rückbesinnung auf alte, allzu harmonisch gesehene Traditionen und unreflektierten Weltbildern warnen.

Aus dem Nichts tauchen Kräfte auf, die die bürgerliche Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern, ihr Grundwerte außer Kraft setzten und am Ende zu einer neuen Ordnung führen. Zunächst werden diese Dinge ignoriert, verharmlost und am Ende sogar gerechtfertigt. Immer mehr Bürger verwandeln sich in Nashörner, d.h. sie verfallen der Verführungskraft der neuen Ordnung. Ionescos Gesellschaftskritik wurde jedoch miss gedeutet und auf die Zeit des Nationalsozialismus bezogen.

Die Theater AG hat sich dieses Jahr intensiv mit dem Stück „Die Nashörner“ auseinandergesetzt. Aufgrund der mangelnden Rollen im Originaltext haben sie ihr eigenes Stück daraus gemacht. Die Schülerinnen erfanden neue Rollen, teilten alte auf und begannen ihren eigenen Text zu schreiben. Dabei bewegten sie sich inhaltlich sehr nahe am Originalstück von Ionesco, schrieben es aber in ihre eigene Sprache um. Durch improvisieren der vorgegebenen Szenen entstand dann der finale Text.

Hier ein kleiner Auszug:

„Es war so groß und grau und ein Nashorn!

Ein Nashorn? Und das mitten in der Stadt? Hast du es gesehen? War es überhaupt echt?

Eine kleine Stadt in Aufruhr Eigentlich kümmert sich hier jeder um seinen eigenen Kram. In dem kleinen Café wird ein bisschen getratscht und gelästert. Die Arbeit wird erledigt oder weniger ehrgeizig vor sich hergeschoben. Die Beziehungen werden mehr oder weniger glücklich geführt. Bis eines Tages ein Nashorn durch die Straßen rennt.

Was hat es mit dem Nashorn auf sich?

Woher kommt es?

Oder waren es zwei? Oder gar drei?

Wer sind die eigentlichen Nashörner in den Städtchen?“

Mit ihren eigenen Texten und ihren Überlegungen zur Umsetzung ist es den Schülerinnen sehr gut gelungen die Gesellschaftskritik, die Eugène Ionescos Stück zugrunde liegt, zum Ausdruck zu bringen. Die Theater AG unter der Leitung von Frau Matern und Frau Schirrmeister hat sich mit „Die Nashörner“ einer schwierigen und sehr anspruchsvollen Aufgabe gestellt und diese mit Bravour gemeistert.